Personalberater auch für 2016 optimistisch

Branchenumsatz ist 2015 um 6,8 Prozent auf 1,80 Milliarden Euro gestiegen – Personalberater auch für 2016 optimistisch – Kandidatinnen und Kandidaten für Vertriebs- und Marketingpositionen besonders gesucht

Königswinter/Bonn, 11. Mai 2016 (bdu) – Positive konjunkturelle Rahmenbedingungen sowie erfreuliche Arbeitsmarktdaten haben den deutschen Personalberatern im Jahr 2015 vielfach volle Auftragsbücher beschert. Der Branchengesamtumsatz stieg um 6,8 Prozent auf 1,80 Milliarden Euro (2014: 1,70 Mrd. Euro). Rund 57.400 Positionen im Arbeitsmarktsegment der Führungskräfte und Spezialisten konnten bei Unternehmen in Industrie, Wirtschaft und Verwaltung durch die Unterstützung der Recruitingspezialisten neu besetzt werden. Für 2016 erwarten die Marktteilnehmer ein Umsatzplus von 8,4 Prozent. Dies sind zentrale Ergebnisse der Marktstudie „Personalberatung in Deutschland 2015/2016“, die der Bundesverband Deutscher Unternehmensberater (BDU) heute im Rahmen des Branchenkongresses „Deutscher Personalberatertag“ auf dem Petersberg bei Bonn vorgestellt hat. Parallel befindet sich die Personalberatungsbranche aber in einem deutlichen Wandel. Immer stärker unterteilt sich der Markt in Qualitätsanbieter, die mit vielfältigen Suchmethoden und ausgefeilten Beurteilungsmethoden das passende Personal für Unternehmen suchen und gewinnen versus Personaldienstleister, die mit schneller Suche über Datenbanken punkten wollen. BDU-Vizepräsidentin Dr. Regina Ruppert: „In einem fundierten Personalauswahlprozess durch Personalberater steht die grundsätzliche Eignung eines Kandidaten für ein Unternehmen im Mittelpunkt. In einer ganzheitlichen Evaluierung wird auch geprüft, welche langfristigen Karriereperspektiven Kandidaten besitzen. Am Ende profitieren die Unternehmen von neuen Mitarbeitern, die zur Stellenbeschreibung und zur Unternehmenskultur passen. Demgegenüber steht der rein statusorientierte Abgleich zwischen Kandidatenprofil und aktuellem Stellenprofil durch Personaldienstleister.“

Ganz oben auf der Wunschliste der suchenden Unternehmen standen 2015 Führungskräfte und Spezialisten für Unternehmenspositionen im Marketing und Vertrieb. Der zweithöchste Anteil der Such- und Auswahlprojekte lag auf der obersten Managementebene und der Unternehmensleitung. Starke Nachfrage gab es auch nach Kandidatinnen und Kandidaten für die Besetzung offener IT-Positionen in den Firmen.

2016: Rückenwind durch Verarbeitendes Gewerbe

Besonders die beiden Branchen mit dem höchsten Marktanteil am Umsatz der Personalberatungsbranche (jeweils 13,3 %) hatten 2015 einen hohen Bedarf an Führungskräften und Spezialisten. Maschinenbau und Konsumgüterindustrie steuerten mit einem Wachstum von 8,8 Prozent bzw. 8,2 Prozent maßgeblich zur guten Marktentwicklung der Recruitingspezialisten bei. Auch die TIMES-Branche unterstrich mit einem Plus von 8,3 Prozent ihre hohe Einstellungsbereitschaft im vergangenen Jahr. Für 2016 erwarten die Marktteilnehmer durchgängig Geschäftsimpulse aus dem Verarbeitenden Gewerbe, mit einem Anteil von knapp 46 Prozent am Gesamtumsatz das stärkste Nachfrager-Segment. Vor allem in den Branchen Maschinenbau (+ 9,6 %) sowie Chemie/Pharma (+ 8,7 %) sollen vermehrt Suchaufträge vergeben werden. Auch für weitere Klientenbranchen fallen die Prognosen 2016 erfreulich aus: Healthcare + 9,9 Prozent, Professional Services + 9,7 Prozent und Fahrzeugbau + 8,1 Prozent Die sich daraus ergebende positive Markteinschätzung (Wachstumsprognose 2016: + 8,4 %) wird von den Marktteilnehmern aller Umsatzklassen getragen. 70 bis 78 Prozent haben eine positive Umsatzprognose abgegeben. Der alleinige Einsatz von Personalsuchanzeigen spielt keine Rolle mehr. Jede zweite Position wurde im Jahr 2015 durch die kombinierte Suche der Personalberater über die Direktansprache, Anzeigensuche sowie die Nutzung von Social Media-Kanälen und Datenbanken besetzt (Anteil 2014: 43 %). Diese Suchmethode wird damit so häufig angewendet wie nie zuvor. Wolfram Tröger, Vorsitzender BDU-Fachverband Personalberatung: „Besonders bei der Suche nach Spezialisten und Kandidaten unterer Managementebenen sind diese verknüpften Identifizierungs- und Ansprachemöglichkeiten nicht mehr wegzudenken.“ Der alleinige Einsatz von Personalsuchanzeigen spielt in der Berufspraxis der Personalberater kaum noch eine Rolle: Nur noch vier Prozent der Stellenbesetzungen erfolgten über diese Suchmethode.

Quelle: www.bdu.de/pressemitteilungen

Trotz Online-Stellenbörsen, Berufsnetzwerken und Transparenz im Internet werden Headhunter nicht überflüssig. Eher im Gegenteil, wie eine aktuelle Studie zeigt.

Online-Jobbörsen haben den Personalberatern keineswegs Geschäft abgenommen, im Gegenteil: In rund 2200 Personalberatungen erwirtschafteten 6175 Personalberater im vergangenen Jahr 1,8 Milliarden Euro (Zum Vergleich 2014: 1,7 Milliarden Euro) – das bedeutet eine Steigerung zum Vorjahresvergleich von 6,8 Prozent. Insgesamt besetzten die Headhunter 57.400 Jobs in Industrieunternehmen, Wirtschaft und Verwaltung, hat der Bundesverband Deutscher Unternehmensberater (BDU) errechnet.