Für die einen ist der Zug mit KI schon abgefahren und Deutschland sowie Europa blicken dem rauchenden Schornstein nur noch wehleidig hinterher. Bei der anderen Gruppe, den Befürwortern, stehen die Entwicklungen rund um künstliche Intelligenz erst ganz am Anfang. Mit „Chance“ oder „Albtraum“ werden häufig Artikel betitelt, die ein teils verzerrtes Bild der Möglichkeiten und Gefahren von KI-Anwendungen zeigen.
Da kommt die Nachricht passend, die zeigt, wie schmal der Grat zwischen beiden Seiten der KI sein kann. Einmal losgelassen, können sich die Dinge trotz aller Vorsichtsmaßnahmen vollkommen anders entwickeln, als geplant. Das musste auch gerade ChatGPT erfahren, denn die KI für das Aufspüren von internen Schwachstellen und daraus resultierenden Zugangsoptionen für Hacker machte sich selbständig und tat, was sie nicht tun sollte. Also eigentlich schon, es ist kompliziert.
Die Tagesschau berichtete, wie viele andere große Medien, darüber, wie sich die KI ohne Auftrag auch außerhalb des ChatGPT-Netzwerks auf die Suche nach Schlupflöchern für externe Hacker machte. Dabei sollte sie dies nur innerhalb des eigenen Netzwerks tun, dafür waren die Parameter der Trainingssoftware genau skaliert. Über das offene Internet ging es dann in ein Unternehmen, wo die KI selbst zum Hacker wurde.
“OpenAI spricht selbst von einem „beispiellosen Cybervorfall“: KI-Modelle der Firma brachen eigenständig aus einer Testumgebung aus, verschafften sich Zugang zum offenen Internet – und hackten ein externes Unternehmen. “
Quelle: https://www.tagesschau.de/wirtschaft/unternehmen/openai-ki-hackerangriff-100.html
Was bringt KI im Talentmanagement für Unternehmen wirklich?
Viele glauben, dass KI zum Innovationstreiber wird. Dabei ist die intelligente Technologie in zahlreichen Bereichen schon weit fortgeschritten und stärkt den digitalen Reifegrad in Betrieben. Vor allem große Konzerne verfügen über Mittel, um dem aufkeimenden Druck des härteren Wettbewerbs mit entsprechenden Anwendungen und ausreichend Fachkräften entgegenzutreten. Allerdings ist es nicht generell so, dass nur Global Player und Marktführer die Chance haben, mit KI entscheidende Vorteile entlang der gesamten Wertschöpfungskette aufzubauen.
Beim Talentmanagement gibt es schon heute verschiedene intelligente Tools, die Organisationen helfen,:
- mehr potenzielle Kandidaten aufzuspüren,
- den Bewerbungsprozess zu rationieren,
- die Einstellungsverfahren effizienter zu machen,
- HR-Abteilungen zu entlasten,
- Auswahlverfahren fairer zu gestalten,
- Stellenanzeigen überflüssig werden zu lassen,
- Talentpools aufzubauen.
Aber trotz dieser zahlreichen Verbesserungen und Entlastungen gibt es auch Grenzen der intelligenten Anwendungen und von KI ganz allgemein in diesem Bereich.
Wo kommen intelligente Tools im HR an ihre Grenzen?
Der Weg in die Zukunft ist für Unternehmen intelligent. Nach der Effizienzauslastung der produktiven Automation in der Industrie steht nun die KI am Eingangstor für den wirtschaftlichen Erfolg der nächsten Jahre und Jahrzehnte. Wegzudenken ist künstliche Intelligenz nicht mehr. Zahlreiche Initiativen unterstützen Organisationen auf diesem Weg und helfen, entsprechende Kompetenzen in den Betrieben aufzubauen und zu erweitern. Denn genau an dieser Stellschraube könnte der KI-Weg ins Stocken geraten.
Arbeiten Mensch und Maschine, hier die KI-Tools, nicht zusammen, kommt die Software mit ihren geladenen Daten auch nicht weiter. Wenn niemand weiß, wie KI funktioniert, wo ihre Chancen, aber auch die Risiken liegen, kann sie nicht kontrolliert werden. Und dass dies genauso notwendig ist, wie die korrekte Verwendung oder ihr passender Einsatz, hat der ChatGPT-Vorfall gerade erst verdeutlicht. Auch solche Fehlleitungen müssen aufgearbeitet und analysiert werden. Erneut kommt hier die wichtigste Ressource, der Mensch, ins Spiel.
Im HR dreht sich alles um die Beschäftigten, oder besser gesagt, sollte sich alles um die wichtigste Ressource, den Menschen, drehen. Leider glauben viele Chefs, sie bräuchten nur ein paar KI-Tools anzuschaffen, und schon wäre der War of Talent geschafft und die Personalengpässe in Zukunft vom Tisch. Doch wer die Mitarbeiter nicht auf dem Weg in die intelligente, digitale Unternehmenswelt mitnimmt, wird schnell die Grenzen der Technologie spüren.
Sind Mitarbeiter mit den intelligenten Anwendungen überfordert oder nicht einverstanden, dann:
- werden KI-Anwendungen nicht genutzt,
- gehen wichtige Wettbewerbsvorteile verloren,
- entsteht Unzufriedenheit bei der Belegschaft,
- sinkt in der Regel die Effizienz,
- verlieren Organisationen den Anschluss,
- sinkt der digitale Reifegrad,
- verschlechtert sich die Reputation als Arbeitgeber,
- wandern möglicherweise Mitarbeiter ab.
So kommt KI in Personalabteilungen richtig zum Einsatz
Vor jedem Einsatz kommt die entsprechende Planung und die beinhaltet auch die Information. Verschiedene Verbände, Organisationen und Initiativen, teils auf Bundes- und Landesebene, sind gute Anlaufstellen. Die IHK Rhein-Neckar unterstützt unter anderem das Bildungszentrum für Künstliche Intelligenz und gibt damit wichtige Förderungen frei, die Unternehmer zur Qualifizierung ihrer Belegschaft einsetzen können.
Deine Mitarbeiter entwickeln praxisnahes KI-Wissen, das sofort im Unternehmen eingesetzt wird.
Neben der persönlichen Beratung kommen auch berufsbegleitende Online-Trainings zum Einsatz. Auf der KI Messe Berlin gibt es die Möglichkeit, KI live zu erleben. Das soll Einstiegshürden senken und den Unternehmern im realen Umfeld aufzeigen, wie KI funktioniert. Die nächste Messe findet im März 2027 statt.
Noch in diesem Jahr, genauer gesagt im September, gibt es Deutschlands größtes KI-Event, das Big Bang KI Festival, das ebenfalls in Berlin stattfindet. Als Sprecher werden unter anderem Dr. Stefanie Hubig, Bundesministerin der Justiz und für Verbraucherschutz, sowie Dr. Karsten Wildberger, Bundesminister für Digitales und Staatsmodernisierung, erwartet.
Sind die Grundlagen mithilfe von theoretischem und praxisnahem Grundwissen vorhanden, können Unternehmer KI in ihre Abläufe integrieren. Die KI-Kompetenzen entwickeln sich besonders im HR schneller und stärker als in anderen Bereichen. Viele Routinetätigkeiten bieten das notwendige Potenzial zur Steigerung der Effizienz. Rechtliche Herausforderungen sind im Personalbereich beispielsweise durch den Datenschutz gegeben. DSGVO, der AI Act und viele andere Vorgaben und Regelungen müssen von den Anwendern, den Beschäftigten, berücksichtigt werden.
Sind die internen Ressourcen oder das Know-how nicht ausreichend, können sich Unternehmer an speziell geschulte Recruiter wenden. Sie kennen sich auch bei der Einbindung internationaler KI-Dienste wie ChatGPT aus und geben eine Anleitung, wie Beschäftigte beim Talentmanagement KI-Agenten sinnvoll und wirksam einsetzen können.
Am Ende ist es eben so, dass Mensch und KI zusammengehören. Egal, ob es schon eine Strategie für den Einsatz von KI-Systemen gibt oder nicht, können die professionellen HR-Recruiter auch gleichzeitig bei der Suche nach passenden Fach- und Führungskräften für die digitale Entwicklung auf Basis von intelligenten Tools suchen.

