Gute Führung im Personalwesen umfasst zahlreiche Aspekte, die kaum alle gleichzeitig unter einen Hut zu bringen sind. Vor allem in kleinen und mittelständischen Unternehmen dürften für eine realistische Umsetzung mit hohem Wert sicherlich Ressourcen und oftmals auch das passende Know-how fehlen. Mehr Motivation, weniger Fluktuation, bessere Trefferquote bei der Suche nach Kandidaten und ein insgesamt besseres Betriebsklima sind Begriffe, die sich am häufigsten in Verbindung mit guter Führung in der Fachpresse finden lassen.
Experten sind sich sicher, dass alle Teams Führung brauchen, und zwar um
- klar definierte Ziele zu erreichen,
- eine verlässliche Kommunikation zu schaffen und
- nicht nur Aufgaben zu haben, sondern auch Orientierung zu erhalten.
Führungskräften kommt in Zeiten leergefegter Arbeitsmärkte eine besondere Rolle zu. Diese kann auch schnell zur Last werden, etwa, wenn Vorgesetzte und Unternehmer erwarten, dass sie einen Großteil der Anforderungen in kürzester Zeit umsetzen und die gesetzten Ziele alle von Erfolg gekrönt sind. Das strukturierte Vorgehen und ein strategisch geplanter Aufbau von Ressourcen und Fähigkeiten sind das A und O beim Aufbau von betrieblicher Führung der Zukunft.
Das Manager Institut betont in einem Blog-Beitrag aus dem April dieses Jahres, dass die Führung eines Teams auch Vertrauen voraussetzt. Ergänzt werden muss aus Sicht der Autoren die Teamführung durch Möglichkeiten zur individuellen Entwicklung. Daten spielen ebenfalls eine große Rolle beim Aufbau von Führungsfähigkeiten und dem Auffinden von Prozessschwächen. Zeit für eine kurze Übersicht der wichtigsten Aspekte!
Warum Führung individuell geplant werden muss
Auf der täglichen Arbeit begegnen uns vielfältige Persönlichkeiten. Diese Erkenntnis bildet die Basis jeder Unternehmensstrategie. Führungsgrundlagen gibt es viele, sie passen allerdings nicht standardisiert zu jeder Führungskraft. In einem industriell geprägten Umfeld dürften noch immer überwiegend Männer tätig sein. Grobe Tätigkeiten erfordern unter Umständen körperlich fitte Auszubildende. Ein Betrieb für Damenhygieneprodukte ist in der Regel bestrebt, solche Beschäftigten zu finden, die sich gut mit dem Produkt identifizieren und die Probleme von Kunden verstehen können.
Vor dem Aufbau von Führungsqualität gilt es also, einen Status quo festzulegen und dieses Wissen als Basis für die nächsten Schritte zu verwenden. Ist dies geschehen, muss die Fähigkeit der Organisation zum Wandel überprüft werden. Wer gute Führung in der Zukunft will, muss Rahmenbedingungen schaffen, die diese Entwicklung begünstigen. Sind in dem Betrieb seit Jahrzehnten dieselben Mitarbeiter beschäftigt, die vielleicht darüber hinaus genauso lange die gleiche Arbeit verrichten, könnte ein radikaler Schnitt von zahlreichen Hürden geprägt sein.
Die situative Anpassung eines flexiblen Modells an die individuellen Voraussetzungen ist der erste Schritt. Doch wie geht es jetzt weiter?
Wie man Führung im Unternehmen definieren kann
Traditionell waren und sind viele Organisationen hierarchisch aufgebaut und geprägt. Die Verbindung von klassischen Werten und modernen Ansichten ist eine Herausforderung, deren sich die Verantwortlichen bewusst sein sollten. Daten können an dieser Stelle erste Hinweise darauf liefern, wie man am besten bei der Integration eines neuen Führungsstils vorgeht. Sinnvolle Aufgaben, klare Ziele und eine faire Teamkultur sind drei mögliche Grundsäulen, auf denen das neue Modell aufbauen könnte. Aber auch Autonomie, Wertschätzung, offene Kommunikation und Entwicklungsmöglichkeiten.
Die Faktoren sind vielfältig, einige wahrscheinlich schon problemlos integriert, andere bisher nur aus entsprechenden Weiterbildungen bekannt. Die Reflexion des eigenen Verhaltens kann für bestehende, gut strukturierte HR-Teams sinnvoll sein. Wie haben wir die letzten Jahre gearbeitet? Welche Technologien fehlen uns oder welche möchten wir gerne anschaffen oder nutzen? Mit einer grundlegenden Definition der weitreichenden Formulierung „gute Führung“ ist schon ein großes Stück Arbeit erledigt.
Die hier genannten Schritte finden in der Regel ohne die Beschäftigten statt. Sie stellen die Vorbereitungsphase dar, in der sich das Management, die Verantwortlichen oder die Unternehmer selbst analysieren und ihr Vorgehen auswerten. Ein Grundsatzpapier kann bei der Umsetzung der nächsten Phase helfen. Auf jeden Fall sollte eine Art Manifest oder eine HR-Vision erstellt werden, die viele Unklarheiten beseitigt, noch bevor man in die Praxis und den Alltag geht.
Nach der Planung geht es in die Realisierung
Nachdem Sinn und Zweck geklärt sind, benötigt eine gute Führung Ressourcen. Wer übernimmt im HR welche Aufgabe? Wie wird die Umsetzung der definierten Prozesse geprüft und ggf. verbessert? Falls am Ende der Vorbereitungsphase feststeht, dass man selbst im Unternehmen nicht genug Ressourcen für das Vorgehen hat, können spezialisierte Recruiter dabei helfen, den Führungsstil auf allen Ebenen einzuführen oder zu verbessern.
Alle Entscheidungen, die jetzt folgen, müssen offen und transparent mit der gesamten Belegschaft kommuniziert werden. Kommt es zu Enttäuschungen oder anderen Spannungen durch diese Entscheidungen, sind die Führungskräfte in der Lage, diese bewusst zu steuern und, wenn möglich, aufzulösen. Ein wichtiger Etappensieg gelingt dem HR-Team, wenn es nicht zur Vermeidung kritischer Phasen oder Faktoren kommt. Es gilt, jede Unsicherheit zu vermeiden und an der individuellen Wertschätzung jedes Einzelnen im Team zu arbeiten. Das beinhaltet auch das Führen von schwierigen Unterhaltungen oder das Ansprechen von sensiblen Themen.
Gute Führung bedeutet in erster Konsequenz Vielfalt
Um Regeln und Werte lebendig werden zu lassen und die in der Vision definierten Ziele zu erreichen, ist es wichtig, die im Team vorhandene Vielfalt zu erkennen, zu akzeptieren und zu nutzen. Jeder Beschäftigte hat seine eigenen Vorstellungen, wunde Punkte oder persönliche Vorlieben und Abneigungen. Mit Zwang wird keine gute Führung in modernen Unternehmen gelingen. Traditionelle Hierarchien haben ausgedient und werden von den jungen Generationen heute als ein No-Go-Faktor bei der Stellensuche angesehen.
Die Prozesskette, die durch gute Führung entstehen kann, endet nie. In vielen Bereichen ist es auch keine Kette, sondern ein immer wiederkehrender Kreislauf. Mehr Motivation bedeutet weniger Fluktuation – weniger Fluktuation bedeutet weniger Wissensverluste und so weiter. Ein Unternehmen, das über schlechte Bewertungen von bestehenden und ehemaligen Mitarbeitern verfügt, hat es automatisch schwerer, neues Personal zu finden, und muss diesen Makel beispielsweise mit höherem Gehalt oder speziellen Boni kompensieren.
Der Fisch stinkt immer vom Kopf her. Ist der erste Kontakt eines potenziellen Kandidaten negativ geprägt, sinken die Chancen, den Bewerber als neues Teammitglied begrüßen zu können. Gute Führung beginnt immer oben und trägt sich auf Basis von klaren Abläufen bis ganz nach unten. Das kann eine gute Stimmung im Materiallager sein oder eine freundliche Telefonstimme am Empfang.
Teams, die in vielen kleinen Einzelschritten zu guter Führung angeleitet werden und gleichzeitig von guter Führung profitieren, sind am Ende die großen Gewinner. Ihre Organisationen profitieren am meisten von guter Führung, denn sie bedeutet am Ende Wettbewerbsvorteile und sichere Arbeitsplätze.

