Haben Sie Ihre Stellenanzeigen schon einmal unter dem Aspekt geprüft, ob sie eher Frauen oder Männer ansprechen? Glauben Sie, dass es einen Unterschied in der Wahrnehmung gibt? In einer eye-tracking-Studie von jobware.de wurde kürzlich festgestellt, dass Formulierungen in Stellenanzeigen einen sehr großen Einfluss darauf haben, ob sich eher Männer oder Frauen angesprochen fühlen und schließlich auf die Stellenanzeige reagieren.

Was Eye-Tracking verrät

Frauen fixieren deutlich länger als Männer die schriftlichen Elemente der Anzeige, die einen inhaltlich Hinweis auf Anforderungen, Arbeitszeiten und Qualifikationsmöglichkeiten geben. Im Durchschnitt betrachteten Frauen 2,34 Sekunden lang die Aufgabenbeschreibungen. Männer fühlten sich unabhängig von den Anforderungen angesprochen. Sie schauten schon nach 1,17 Sekunden weg. Umgekehrt interessierten sich Männer mit 1,14 Sekunden Verweildauer deutlich mehr für das angegebene Unternehmensprofil als Frauen (0,32 Sekunden). Frauen neigten überdies zum seriellen Lesen der Informationen. Männer ließen ihren Blick häufiger zwischen den Elementen hin und her springen. Dadurch konnten sie mehr Elemente „entdecken” als Frauen – jedoch zulasten der durchschnittlichen Verweildauer pro Element, die nur 1,12 Sekunden betrug. Frauen verwendeten immerhin 1,29 Sekunden pro Element. Gewisse Bezeichnungen (etwa „Senior-Manager”) oder Anforderungen (etwa „Kommunikationsfähigkeit”) tragen dazu bei, dass Stellenanzeigen als eher männlich oder weiblich empfunden werden. In der Untersuchung wurde deutlich, dass sich Männer von Stellenanzeigen angesprochen fühlen, egal wie diese formuliert sind: „männlich”, „weiblich” oder „neutral”.

Frauen sind wie immer selbstkritisch

Frauen hingegen schauen scheinbar wesentlich genauer hin und bewerben sich eher auf „weibliche” oder „neutrale” Stellenausschreibungen. Werden männliche Eigenschaften gefordert, zucken viele Frauen zurück. Frauen neigen dazu, jede Anforderung als unerlässlich einzustufen und diese erfüllen zu wollen. Sie trauten sich, so die Untersuchung, bei gleicher Qualifikation weniger zu als Männer. Letztere tendieren dazu, fehlende aber geforderte Fähigkeiten einfach zu überlesen.

Optionale Anforderungen – für Frauen essentiell

Wer Frauen nicht ausschließen will, sollte die Stellenanzeige sehr sorgfältig formulieren. Machen Sie deutlich, welche Anforderungen optional sind. Mit der Differenzierung zwischen essentiellen und optionalen Anforderungen steigt die Zahl der weiblichen Bewerber.