Fintech – spannende Startups aus Deutschland

Fintech – spannende Startups aus Deutschland

    Mobiles Bezahlen, Banking per App, Organisation von Investments – FinTech-Startups sorgen für Wirbel im trägen, alteingesessenen Bankensektor und vereinfachen ihren Kunden das Management ihrer Einnahmen, Ausgaben und Anlagen.

    Gestartet in den angelsächsischen Gebieten sind FinTech-zentrierte Startups seit ein paar Jahren im deutschsprachigen Raum angekommen. Der Hype ist noch nicht auf seinem Höhepunkt angekommen. 2021 haben die Investitionen rund um Fintech einen neuen Rekord gebrochen: Weltweit wurden 210 Milliarden Dollar investiert. Das ist eine Steigerung von 68 Prozent im Vergleich zu 2020.

    Die Entwicklung neuer FinTech-Produkte vollzieht sich rasant. Einige Startups sind bereits in Deutschland etabliert und fahren Gewinne ein. Andere sind brandneu und bieten großes Potential. Wir stellen im Folgenden sieben verschiedene FinTech-Startups vor, die man kennen sollte.

    Digitale Banken und Versicherer

    Für eine Überweisung zur Bankfiliale gehen, den Überweisungsschein ausfüllen und einwerfen – wann haben Sie das zum letzten Mal gemacht? Die meisten Menschen erledigen alle klassischen Bankgeschäfte online. In diesem Bereich gibt es eine Vielzahl an Startups, deren Produkte meist auf den Endverbraucher als Kunden ausgerichtet sind.

    Trade Republic

    Der digitale Online-Broker aus Berlin bietet Kunden mit seiner App oder über den Browser die Möglichkeit, mit Aktien, ETFs, Derivaten und Kryptowährungen zu handeln.

    Trade Republic ist fest etabliert auf dem deutschen Finanzmarkt. Rund eine Millionen Kunden hat die digitale Bank derzeit.

    Erklärtes Ziel des Startups: Den Einstieg ins Wirtschaftswachstum erleichtern und durch ein simples Produkt ohne hohe Kosten besonders jungen Leuten das Investieren ermöglichen. Dementsprechend sind es vor allem junge Menschen bis 35, die Trade Republic nutzen. Die Bank bietet eine vergleichsweise große Auswahl: Kunden können zwischen mehr als 7.000 Aktien, 500 ETFs und 40.000 Derivaten wählen.

    Scalable Capital

    Scalable Capital ist wie Trade Republic ein Online-Broker. Das Startup aus München startete sein Angebot zunächst mit digitaler Vermögensverwaltung.

    Anleger können inzwischen zu günstigen Konditionen investierten, in unterschiedlichen Anlageklassen: Aktien, ETFs, Fonds, Derivate und Kryptowährungen. Abgewickelt werden alle Geschäfte per Browser oder App.

    Bei Scalable Capital können Kunden zwischen drei Varianten wählen, je nach Art und Umfang ihrer Aktienkäufe: Freebroker, Primebroker oder Primebroker flex.

    N26

    Das Ziel der digitalen Bank N26: Realtime-Banking, also eine besonders schnelle Form des Zahlungsverkehrs via mobilen Geräten.

    N16 wächst schnell und plant gerade seinen Börsengang, der in den nächsten Jahren stattfinden soll. Aktuell ist N26 das zweitwertvollste Startup Deutschlands.

    Allerdings hat die Bank seit 2019 immer wieder Ärger mit der Bankenaufsicht Bafin. Der Vorwurf: N26 agiere nicht genug gegen Betrug und Geldwäsche.

    Wefox

    Wefox ist eine digitale Versicherungsplattform, ein online Markplatz für Makler, Versicherungsanbieter und Kunden. Versicherungsmakler können über das Wefox-Tool die Versicherungen ihrer Kunden verwalten. Kunden haben die Möglichkeit, dort ihre Policen zu checken und Schäden zu protokollieren und zu melden.

    Wefox gibt es derzeit für Deutschland, die Schweiz und Österreich.

    Finanzbildung

    Digitale Kundenberatung und Finanzbildung ist ein weiterer Bereich, in dem sich viel tut. Ob persönliche Beratung, FInanzcoaching oder Künstliche Intelligenz – einige Startups übernehmen hier die Aufgaben des Bankberaters vor Ort.

    Forget Finance – Finanzierungsberatung für Millanials

    Das 2020 gegründete Startup aus Berlin bietet digitale Finanzberatung.

    Nutzer der Forget-Finance-App können ihre Finanzen planen und dank integrierter Vermögensverwaltung direkt umsetzen. Die App kann mit dem eigenen Bankkonto verbunden werden. Sie basiert außerdem auf einem KI-Bot, der den Nutzern Finanzierungstipps gibt.

    Wer darüber hinaus persönliche Beratung möchte, kann ein entsprechendes monatliches Abo abschließen und seine Fragen per WhatsApp-Chat beantwortet bekommen.

    FinMarie – die Finanzplattform für Frauen

    Das Startup FinMarie wurde 2018 gegründet und hat 2021 eine weitere 1,4-Mio-Finanzierung erhalten.

    Ziel der Finanzplattform ist es, Frauen zu mehr finanzieller Unabhängigkeit zu verhelfen. Zum Portfolio des Startups gehören digitale Anlagelösungen, ein klassisches Finanzcoaching, E-Learning-Möglichkeiten und weitere Angebote im Bereich Finanzbildung.

    B2B

    Der Bereich B2B bietet für die FinTech-Branche noch Platz für Innovationen. Die meisten Startups im B2B-Bereich konzentrieren sich auf Finanzierungen und den Zahlungsverkehr für Freiberufler, Selbstständige oder KMU. Manche FinTech-Unternehmen etablieren sich dabei als Kooperationspartner großer Banken, andere hingegen sind Konkurrenten etablierter Kreditinstitute.

    Penta

    Penta ist eine digitale Business-Banking-Plattform für Selbstständige, Freelancer, Start-ups und KMU.

    Das Startup wirbt mit schnellen, übersichtlichen Prozessen und Finanzlösungen für Einzelunternehmer und KMU. Außerdem bietet Penta den Transfer von Buchhaltungsdaten zu verschiedenen Buchhaltungssoftwares an.

    Mambu

    Mambu ist ein FinTech-Riese, aber in Deutschland fast unbekannt. Das 2011 gegründete Startup bietet eine spezielle Software für Banken an. Digitale und klassische Banken arbeiten mit dieser Software, überall auf der Welt. Großbanken, wie die Santander, gehören zu den Mambu-Kunden.

    Die FinTech-Branche ist geprägt von Innovationen und kreativen, zukunftsträchtigen Ideen. Vor allem im Feld der B2B-Dienstleistungen werden für die kommenden Jahre weitere spannende Entwicklungen erwartet.